Das sei ein „Angriff auf die Pressefreiheit“, sagen die Chefredakteure der „Zeit“, Giovanni di Lorenzo und Jochen Wegner. Journalistengewerkschaften und „Reporter ohne Grenzen“ stoßen ins gleiche Horn. Und auf den ersten Blick scheinen sie recht zu haben: Die Große Strafkammer des Landgerichts Hamburg hat die Tonaufnahmen des „Zeit“-Podcasts „House of Block“ beschlagnahmt. Sie drohte mit einer Durchsuchung der Redaktion; die für den Podcast verantwortliche Journalistin Anne Kunze gab die Aufnahmen jedoch freiwillig heraus – unter Protest und „versiegelt“ (was immer das heißen mag). Die „Zeit“-Chefs kündigten an, sich „mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr“ zu setzen, denn hier gehe es um den „Quellenschutz, der für unabhängig berichtende Medien entscheidend ist“.